Japanische Forscher beobachteten Auswirkungen der Wasserstoffinhalation auf die Gehirnaktivität
Im Januar 2026 veröffentlichte die wissenschaftliche Fachzeitschrift Scientific Reports eine Studie japanischer Forscher über die Auswirkungen von molekularem Wasserstoff (H2) auf das Gehirn und das autonome Nervensystem.
Besonders interessant ist die Arbeit deshalb, weil die Forscher objektive Methoden zur Beobachtung der Gehirnaktivität und der kardiovaskulären Regulation verwendeten und sich nicht nur auf subjektive Empfindungen der Teilnehmer stützten.
Molekularer Wasserstoff wurde bereits zuvor mit Einflüssen auf oxidativen Stress, die mitochondriale Funktion und zelluläre Signalwege in Verbindung gebracht. Seine direkten Auswirkungen auf die Gehirnaktivität sind jedoch bislang nur wenig erforscht.
Was genau wurde untersucht?
Eine japanische Forschungsgruppe unter der Leitung von M. Moriya, K. Oyama und Y. Den untersuchte, wie die Inhalation von reinem molekularem Wasserstoff die Gehirnaktivität und die Regulation des autonomen Nervensystems beeinflusst.
An der Studie nahmen 11 gesunde erwachsene Freiwillige teil. Sie absolvierten eine 30-minütige Wasserstoffinhalation unter folgenden Bedingungen:
- Gas: hochreiner molekularer Wasserstoff — 99,9 % H2
- Verabreichung: Nasenkanüle
- Durchflussrate: 300 ml/min
- Dauer: 30 Minuten
Die Messungen wurden vor der Inhalation, unmittelbar danach sowie 30 und 90 Minuten nach dem Verfahren durchgeführt.
Zur Untersuchung der Gehirnaktivität verwendeten die Forscher TD-NIRS — zeitaufgelöste Nahinfrarotspektroskopie. Mit dieser Methode lassen sich Veränderungen der Sauerstoffsättigung des Blutes in verschiedenen Gehirnregionen in Echtzeit erfassen.
Zusätzlich wurden Elektrokardiogramme (EKG) aufgezeichnet und die Herzratenvariabilität analysiert — eine der Methoden zur Bewertung der Aktivität des autonomen Nervensystems.
Was fanden die Forscher heraus?
Die Forscher beobachteten zwei Haupteffekte.
1. Veränderungen der Aktivität des präfrontalen Cortex
Nach der Wasserstoffinhalation wurde im rechten präfrontalen Cortex ein Anstieg der Oxyhämoglobinkonzentration festgestellt — einer Form des Hämoglobins, die mit dem Sauerstofftransport verbunden ist.
Dies deutet auf Veränderungen der Aktivität und der Durchblutung dieser Gehirnregion hin.
Der präfrontale Cortex spielt eine wichtige Rolle bei Aufmerksamkeit, Entscheidungsfindung, emotionaler Regulation und kognitiver Kontrolle. Allerdings ist wichtig zu beachten, dass die Studie Gedächtnis, Intelligenz, Konzentration oder andere kognitive Funktionen nicht direkt untersucht hat.
2. Veränderungen von Parametern des autonomen Nervensystems
Während der Inhalation wurden Veränderungen des LF/HF-Verhältnisses beobachtet — eines Parameters, der traditionell mit dem Gleichgewicht zwischen verschiedenen Bereichen des autonomen Nervensystems in Verbindung gebracht wird.
Nach dem Verfahren zeigte sich bei den Teilnehmern außerdem eine Verringerung der Herzfrequenz.
Die Autoren vermuten, dass die Wasserstoffinhalation vorübergehend die neurovaskuläre und autonome Regulation des Körpers beeinflussen könnte.
Warum ist das interessant?
Besonders wichtig ist, dass diese Veränderungen mithilfe objektiver physiologischer Messmethoden — TD-NIRS und Herzratenvariabilitätsanalyse — nachgewiesen wurden.
Dadurch unterscheidet sich die Studie von vielen früheren Untersuchungen zur Wasserstofftherapie, die hauptsächlich auf subjektiven Eindrücken der Teilnehmer basierten.
Die Forscher vermuten, dass molekularer Wasserstoff die Beziehung zwischen Gehirnaktivität, Durchblutung und autonomer Regulation modulieren könnte. Die genauen Mechanismen hinter diesen Effekten sind jedoch noch nicht vollständig verstanden.
Was sollte man beachten?
Die Studie weist mehrere Einschränkungen auf.
Erstens war die Anzahl der Teilnehmer relativ klein. Zweitens untersuchte die Arbeit nur kurzfristige physiologische Veränderungen nach einer einzelnen Inhalationssitzung und bewertete keine Langzeiteffekte.
Darüber hinaus untersuchte die Studie nicht die Auswirkungen von Wasserstoff auf Gedächtnis, Stimmung, Stressresistenz oder Schlafqualität.
Die Autoren selbst betonen, dass größere placebo-kontrollierte Studien notwendig sind, bevor endgültige Schlussfolgerungen gezogen werden können.
Dennoch gilt die Studie als eine der ersten Arbeiten, die zeigen, dass die Inhalation von molekularem Wasserstoff bereits innerhalb von nur 30 Minuten mit messbaren Veränderungen der Gehirnaktivität und der Regulation des autonomen Nervensystems verbunden sein kann.
Moriya M., Oyama K., Den Y. et al. Hydrogen inhalation is associated with a transient rightward shift in prefrontal oxyhemoglobin asymmetry and autonomic modulation. Scientific Reports, 2026.
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